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Die richtige Technik fĂĽrs Finale in Ahrensburg

Noch zwei Tage bis zum MusicStorm-Open-Air vor dem Ahrensburger Schloss. Bühne, Ton und Licht werden morgens auf- und nachts wieder abgebaut

Ahrensburg - Noch liegt sie in einer Lagerhalle im Ahrensburger Gewerbegebiet Nord, zerlegt in unzählige Einzelteile: die große MusicStorm-Bühne. Auf ihr werden am Sonnabend, 18. August, die acht Finalisten des Nachwuchswettbewerbs beim Open-Air-Festival vor dem Ahrensburger Schloss um den Sieg kämpfen.

55 Meter Metall-Traversen werden gebraucht, um die acht Meter breite, sechs Meter tiefe und mehr als viereinhalb Meter hohe Rundbogenbühne aufzubauen. Hinzu kommen Hunderte von Bolzen und sogenannten R-Clips. "Die Bolzen werden alle einzeln mit einem Hammer in die Verbindungsteile zwischen den Traversen geschlagen", sagt Sven Runge, Geschäftsführer der Sound & Light Service GmbH, die die Bühne für den MusicStorm-Contest zur Verfügung stellt. "Anschließend werden sie jeweils mit einem R-Clip befestigt, damit sie nicht wieder auseinanderfallen."

Das Dach wird auf dem Boden zusammengebaut und mit Scheinwerfern versehen. Dann wird die Konstruktion mit einem Lift nach oben gefahren. Runge: "Die Podeste, auf denen die Künstler stehen, werden erst ganz zum Schluss in das nackte Traversengestell eingebaut." Eine besondere Herausforderung stellen die Steinpoller dar, die in einer Reihe vor dem Schloss stehen. "Sie müssen überbaut werden", sagt Runge. "Wir müssen dafür sorgen, dass sie unter dem Gerüst verschwinden."

Damit die Bühne auch bei Sturm nicht umkippt, werden 4000 Liter Wasser als Gegengewicht eingesetzt. "In Deutschland gibt es vier Windzonen. Je nachdem, in welcher sich die Veranstaltung befindet, muss die Bühne eine bestimmte Windstärke abfangen können", sagt Runge. Ahrensburg liegt in Windzone zwei, die Bühne ist aber auch für Windzone vier einsetzbar. Runge: "Sie kann also deutlich mehr Sturm ab, als wir hier haben."

Vier Bühnenbauer, zwei Tontechniker, eine Lichttechnikerin und ein Auszubildender werden am Sonnabend ab 7 Uhr für den Aufbau im Einsatz sein. Der Zeitplan ist eng. Spätestens um 13 Uhr muss die Bühne stehen, müssen Ton und Licht angeschlossen und funktionsfähig sein. Denn dann beginnt der Soundcheck für die acht Finalisten. "Wir rechnen aber damit, die Bühne in vier Stunden fertig zu haben", sagt Sven Runge. Das wäre um 11 Uhr, und bedeutet: noch zwei Stunden Puffer, bis die Bands Kalamazoo, Adam & Ela, Time Over At Same Time, No Cliché, Victims Of Voodoo, Wireless, die Kleinstadtpioniere und Sängerin Lisa Seehase die Instrumente und Mikrofone einstellen wollen. Die beiden Tontechniker und die Lichttechnikerin werden sich um die Musiker kümmern, Absprachen treffen und Wünsche abstimmen.

"Wir sind dafür da, dass sich die Künstler wohlfühlen", sagt Sven Runge, und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: "Aber wenn die Bands schlecht singen oder ihre Instrumente nicht gut spielen, dann können wir leider auch nichts daran ändern." Künstler seien eine besondere Spezies, mit der man lernen müsse, umzugehen. Runge: "Es gibt einige Diven, die sehr anstrengend sind, aber auch viele pflegeleichte Musiker, bei denen der Soundcheck sehr schnell und unkompliziert verläuft."

Parallel dazu wird das Ahrensburger Restaurant Strehl einen Imbiss- und Getränkewagen aufbauen, an dem die Besucher Würstchen, Pommes und kalte Getränke kaufen können. Auch ein Eismobil und JIMs Bar, die von Mitgliedern des Ahrensburger Stadtjugendrings betrieben wird, werden am Sonnabendnachmittag ihre Plätze einnehmen. Zudem werden 60 Holzbänke aufgestellt. Acht Vertreter des Kreisjugendrings sind im Einsatz. Einige Arbeiten, wie der Aufbau der drei Zelte für den Backstage-Bereich, werden bereits am Freitag erledigt. Auch der Toilettenwagen wird schon morgen früh um 7.30 Uhr auf die Schlossinsel gebracht.

Sonnabend um 16.30 Uhr muss alles fertig sein, denn dann werden die ersten Besucher auf der Schlosswiese eintreffen. Zwei Discjockeys, A&F und 50 Hz Masterz, stimmen die Musikfans auf das Finale ein, bevor Moderatorin Lena Aden gegen 17 Uhr mit der offiziellen Begrüßung beginnt. Die erste Band wird um etwa 17.20 Uhr auf der Bühne stehen und - wie alle folgenden Finalisten auch - 15 Minuten lang sich und ihre Songs präsentieren. Die letzte Gruppe wird ihren Auftritt gegen 21.20 Uhr haben.

Wenn um 23 Uhr die Sieger feststehen, die Awards überreicht wurden und die Besucher die Schlosswiese wieder verlassen, sind die Bühnenbauer, Ton- und Lichttechniker erneut gefragt. Sie werden die Bühne noch in der Nacht zu Sonntag wieder abbauen. "Um 23 Uhr erklingt der letzte Ton, um 23.05 Uhr starten wir mit dem Abbau", sagt Sven Runge. "Er dauert aber nicht so lange wie der Aufbau am Vormittag. Wir werden etwa zwei Stunden brauchen, also in der Hälfte der Zeit fertig sein." (Janina Dietrich)